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Don Bosco - die Serie zum Jubiläum 2015

Im Jahr 2015 feiern die Salesianer Don Boscos und die Don Bosco Schwestern den 200. Geburtstag ihres Gründers Johannes Bosco. Zur Vorbereitung auf das große Jubiläum gibt Ihnen die neue Serie des DON BOSCO magazins Gelegenheit, den Ordensgründer anhand von Gegenständen, die ihm wichtig waren, kennenzulernen.


1. Teil: Der Talar - ein Gewand und seine Botschaft


Ein alter, abgetragener Talar aus längst vergangenen Zeiten! Was hat ein solches Bild in einer modernen Zeitschrift verloren? Das Photo zeigt den Talar, den Johannes Bosco viele Jahre seines Lebens getragen hat. Sehen kann man ihn in den „Camerette", seinen ehemaligen Wohnräumen in Turin-Valdocco. Der Talar Don Boscos hat uns auch heute viel von ihm selbst zu erzählen. Er erinnert nicht nur daran, dass sein Träger mit ca. 1,66 m Länge aus heutiger Sicht relativ klein war - ganz im Unterschied zu seiner inneren Größe! Vor allem sagt er uns, wie Don Bosco seine Berufung verstanden und gelebt hat.

 

Als junger Mensch hat Johannes Bosco große Mühen auf sich genommen, seit er mit seinem Berufungstraum im Alter von neun Jahren den Wunsch im Herzen trug, Priester zu werden und sein Leben Gott und den jungen Menschen zu schenken: soziale Armut, Streit mit seinem Bruder Antonius, Enttäuschungen durch die Priester seiner Zeit, Arbeit neben der Schule usw. - nichts konnte ihn davon abhalten, seinen Weg zum Priestertum zu verfolgen. Dennoch stand er am Ende seiner Schulzeit im Begriff, den Habit des Franziskanermönchs zu ergreifen. Erst durch den Rat eines Freundes entschied er sich dann aber doch, am 30. Oktober 1835 ins Priesterseminar von Chieri einzutreten. Wenige Tage zuvor war er in seiner Pfarrkirche St. Andreas in Castelnuovo mit dem Talar eingekleidet worden. Beim Abschied vor der Abreise ins Priesterseminar mahnte ihn seine Mutter, Mama Margareta: „Mein lieber Johannes, du hast das priesterliche Gewand angelegt, und ich freue mich als Mutter darüber sehr. Aber denke daran, dass es nicht das Gewand ist, das deinem Stand Ehre macht, sondern die gelebte Tugend." Diese Worte seiner Mutter klangen ihm Zeit seines Lebens im Ohr!

 

Am 5. Juni 1841 schließlich wurde Johannes in Turin zum Priester geweiht. Und er sollte seinem Gewand auf seine Weise „alle Ehre" machen! Der Talar war für Don Bosco nicht in erster Linie ein Zeichen seiner „Würde". Nach dem Beispiel des Guten Hirten war Don Bosco ein Priester für die bedürftige Jugend. Nie war er sich zu schade, die Ärmel seines Gewandes hochzukrempeln und anzupacken, wo es nötig war. Er begegnete seinen Jugendlichen auf den Plätzen und in den Straßen der Stadt, auf Baustellen oder in den Gefängnissen. Er unterwies sie im Glauben, hörte ihre Beichte und feierte die hl. Messe mit ihnen. Er spielte aber auch, tobte und lachte mit ihnen. Und er brachte ihnen Schreiben, Lesen und Rechnen und sogar handwerkliche Fertigkeiten bei. Alles im Talar! Don Bosco war immer zugleich Priester und Erzieher. Sein Talar war ihm dabei kein Hindernis, im Gegenteil! So steht sein abgetragenes Gewand dafür, dass er sich für das „zeitliche und ewige Glück" seiner Jugendlichen verzehrt hat. Mit all dem erfüllte sich, was sein väterlicher Freund, der hl. Josef Cottolengo, dem jungen Priester Johannes Bosco prophezeite, als er den Stoff seines Gewandes prüfte: „Der Stoff deines Talares ist viel zu leicht. Besorge dir einen festeren, denn viele Jungen werden sich daran festhalten!"

 

Die Zeitgenossen Don Boscos berichten, dass er sich wie ein „armer Kaplan" zu kleiden pflegte. Er habe zwar ein sauberes, aber ein häufig geflicktes Gewand getragen. So ist der Talar Don Boscos auch ein Zeichen seiner Bedürfnislosigkeit. Er bringt seine Haltung zum Ausdruck, nichts für sich selbst zu verlangen und alles, was er besaß, zum Wohl der bedürftigen Jugend einzusetzen. Am Ende seines Lebens auf dem Sterbebett bat Don Bosco seinen Sekretär Don Viglietti: „Tu mir bitte den Gefallen und überprüfe die Taschen meines Talars... Ich möchte so sterben, dass man sagt: Don Bosco ist gestorben ohne einen Soldo in der Tasche." Darum legt der armselige Talar des armen Priesters Don Bosco schließlich all seinen Betrachtern eine nachdenklich stimmende Botschaft ans Herz: dass wir nämlich vor Gott alle „Bettler" sind und letztlich in Ihm allein unseren Reichtum finden.

 

Text: P. Reinhard Gesing

 

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