Wofür braucht man Bilder?
Liebe Kinder,
Lesen eure Eltern auch jeden Tag die Zeitung? Meine haben das getan, und wenn ich als Kind mit ihnen am Frühstückstisch saß, wollte ich immer mitlesen. Aber die Texte waren mir viel zu lang und schwer zu verstehen. Also habe ich einfach nur die Überschriften gelesen und mir die Bilder angeschaut. Dann wusste ich, was in der Zeitung steht.
Warum verstehen wir eigentlich so gut, um was es geht, wenn wir nur Bilder ansehen? Ich glaube, das ist so, weil die Menschen über Bilder viel leichter zeigen können, was sie eigentlich sagen oder schreiben wollen. Selbst wenn wir sprechen, verwenden wir oft ganz viele Bilder. Wenn deine Mama sagt „Du bist stark wie ein Bär", kannst du dir das viel besser vorstellen als wenn sie nur sagen würde „Du bist sehr stark".
Bilder gibt es schon sehr, sehr lange. Dadurch können sich auch die Menschen verständigen, die nicht die gleiche Sprache sprechen. So erfahren wir heute noch etwas von Männern und Frauen und Kindern, die vor vielen Tausend Jahren gelebt haben.
Deshalb dreht sich auch hier diesmal alles um Bilder. Warum malen Menschen Bilder? Und seit wann? Außerdem habe ich die Illustratorin Petra Lefin besucht. Sie malt Bilder, die dann in Büchern gedruckt werden.
Eure Steffi und Tobi
Wofür braucht man Bilder?
Die ersten Bilder malten die Steinzeitmenschen vor 30.000 Jahren an die Wände ihrer Höhlen. Meistens sind Tiere und Menschen darauf zu sehen. Damit wollten die Steinzeitmenschen für ihre Nachfahren festhalten, welche Techniken bei der Jagd am besten funktionieren.
Solange die Menschen nicht schreiben konnten, waren Bilder die einzige Möglichkeit, wichtige Informationen und Geschichten aufzubewahren. Vor 5.000 Jahren bemalten zum Beispiel die Ägypter die Gräber von verstorbenen Königen, damit ihre Taten in Erinnerung blieben. Auch Kirchen wurden schon immer mit Bildern ausgestaltet. So konnten sich die Menschen die Geschichten aus der Bibel besser vorstellen. Das war wichtig, weil im Mittelalter viele nicht lesen konnten.
Früher haben sich Menschen auch als Erinnerung an sich selbst von Künstlern zeichnen lassen. Dazu mussten sie lange still vor dem Maler sitzen. Heute ist es zum Glück nicht mehr so anstrengend, ein Bild von sich selbst zu bekommen. Mit einem einzigen Klick kann man in wenigen Sekunden ein Foto machen und Erinnerungen an Menschen oder Dinge speichern.
Wie kommen die Bilder in ein Buch?
Petra Lefin sitzt in ihrer großen Küche. Um sie herum liegen viele Stifte, Farben und Pinsel. Mit dem Bleistift zeichnet sie eine kleine Figur für eine Kinderbibelgeschichte. Vorher hat sie schon ganz viel darüber gelesen, wie die Menschen zur Zeit, in der die Geschichte spielt, aussahen.
Erst Bleistift - dann Farbe
Mit dem Bleistift macht Petra Lefin grobe Skizzen. Dann folgt die Feinarbeit: Die Figuren bekommen Gesichter und bestimmte Merkmale, an denen man sie erkennt. „Wenn ich zufrieden bin, pause ich die Skizzen mit Kugelschreiber auf den Zeichenblock. Und dann endlich kommt der schönste Teil der Arbeit: die Farbe", freut sich Petra Lefin.
Im Computer kommt der Text dazu
Die Arbeit an einem Bild für ein Buch dauert normalerweise ein paar Tage, weil Petra Lefin viel ausprobiert und immer wieder etwas verändert. Zuletzt scannt sie ihre Bilder in den Computer ein. Dort werden sie mit den Texten zusammengefügt - und dann kann das Buch gedruckt werden.
Text: Stefanie Singer
Illustrationen: Liliane Oser
Weitere Themen:
Was ist der Unterschied zwischen evangelisch und katholisch?